Rollenmodell für Abteilungen

Was ist ein Rollenmodell?

Ein Rollenmodell in Joomla 6 ist die strukturierte Aufteilung von Benutzern in Gruppen, die bestimmen:

  • Welche Aktionen ein Benutzer ausführen darf
    (z. B. Beiträge erstellen, veröffentlichen, Module bearbeiten)
  • Welche Inhalte ein Benutzer sehen darf
    (Zugriffsebene)

Merksatz:
Gruppen regeln Rechte, Zugriffsebenen regeln Sichtbarkeit.

  • Joomla trennt Aktion und Sichtbarkeit
  • Rechte addieren sich
  • Zugriffsebenen gelten immer
  • Auch Administratoren sehen nicht automatisch alles
  • Ideal für große Organisationen

 Vorteile eines Rollenmodells

VorteilErklärung
Sicherheit Benutzer erhalten nur die Rechte, die sie wirklich benötigen. Weniger Superuser = weniger Angriffsfläche.
Übersichtlichkeit In großen Portalen mit vielen Benutzern behält man die Kontrolle.
Skalierbarkeit Neue Benutzer lassen sich einfach einfügen, ohne dass Rechte einzeln angepasst werden müssen.
Fehlerprävention Verhindert versehentliches Löschen oder Veröffentlichen von Inhalten.
DSGVO-Konformität & Nachvollziehbarkeit Zugriff auf sensible Daten kann klar kontrolliert werden, Benutzeraktivitäten nachvollziehbar protokolliert.

 


Rollenmodell – Benutzergruppen (Was darf jemand tun?)

Rolle / GruppeBeiträgeVeröffentlichenMedienBenutzerKonfigurationTypischer Einsatz
Public Besucher
Registered Interne Nutzer
Mitarbeiter ✔ (eigene) Standard-Mitarbeiter
Marketing Marketing-Team
Redaktion Redaktion
HR Personal
Externe ✔ (ein-
geschränkt)
Agenturen
Manager Teamleiter
Administrator IT
Super Users Systemadmin

 

 


Rollenmodell - Zugriffsebenen (Was darf jemand sehen?)

ZugriffsebeneSichtbar für Gruppen
Öffentlich Public
Intern Registered
Mitarbeiter Mitarbeiter, Marketing, Redaktion, HR
Marketing intern Marketing
Redaktion intern Redaktion
HR intern HR
Führung Manager
IT intern Administrator
Vollzugriff Super Users

Merksatz
Gruppen regeln Aktionen – Zugriffsebenen regeln Sichtbarkeit.

 


Praxisübung: „Wer darf was?“

Die Website der Muster GmbH enthält:

  • Marketing-Bereich
  • HR-Intranet
  • Öffentliche News
  • Interne Dokumente
  • Systemverwaltung

 


Benutzer A: Anna (Marketing)

Gruppen:

  • Registered
  • Marketing

❓ Fragen

  1. Darf Anna Beiträge erstellen?
  2. Darf sie Beiträge veröffentlichen?
  3. Sieht sie HR-interne Inhalte?

✅ Lösung

  1. ✔ Ja – Marketing darf Beiträge erstellen
  2. ❌ Nein – keine Veröffentlichungsrechte
  3. ❌ Nein – Zugriffsebene HR intern

 


Benutzer B: Tom (Redaktion)

Gruppen:

  • Registered
  • Redaktion

❓ Fragen

  1. Darf Tom Beiträge bearbeiten?
  2. Darf er Beiträge veröffentlichen?
  3. Sieht er Marketing-interne Inhalte?

✅ Lösung

  1. ✔ Ja
  2. ✔ Ja
  3. ❌ Nein (falsche Zugriffsebene)

 


Benutzer C: Lisa (HR)

Gruppen:

  • Registered
  • HR

❓ Fragen

  1. Darf Lisa HR-Beiträge sehen?
  2. Darf sie Benutzer anlegen?
  3. Kann sie Beiträge veröffentlichen?

✅ Lösung

  1. ✔ Ja
  2. ❌ Nein
  3. ❌ Nein

 


Benutzer D: Mark (IT)

Gruppen:

  • Administrator
  • IT

❓ Fragen

  1. Darf Mark Module bearbeiten?
  2. Darf er Benutzer verwalten?
  3. Sieht er HR-interne Inhalte automatisch?

✅ Lösung

  1. ✔ Ja
  2. ✔ Ja
  3. ❌ Nein (Zugriffsebene entscheidet!)

 


Benutzer E: Julia (Geschäftsführung)

Gruppen:

  • Manager
  • Führung

❓ Fragen

  1. Darf Julia Beiträge veröffentlichen?
  2. Sieht sie alle Inhalte?
  3. Darf sie Joomla konfigurieren?

✅ Lösung

  1. ✔ Ja
  2. ✔ Nur mit passender Zugriffsebene
  3. ❌ Nein

 


Verständnisfragen

Ein Benutzer kann Inhalte bearbeiten, sieht sie aber nicht. Warum?
✅ Antwort: Die Zugriffsebene des Inhalts erlaubt dem Benutzer keine Sichtbarkeit, obwohl die Benutzergruppe Bearbeitungsrechte hat.

Warum sollte ein Benutzer nicht mehreren administrativen Gruppen zugeordnet werden?
✅ Antwort: Weil sich Rechte addieren und es zu unbeabsichtigten Sicherheitsrisiken kommen kann.